DATEN & FAKTEN

Dicke Wände und Decken aus Barytbeton zur Strahlenabschirmung im Hospital, Horb

Bauherr: Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt GmbH

Bauunternehmen: Baugeschäft Dieterle GmbH & Co. KG, Schramberg

MEVA System: Wandschalung Mammut 350, Wandschalung StarTec, Stützbock STB 450, Trägerschalung MevaFlex

Planung und Betreuung: MEVA Schalungs-Systeme GmbH, Haiterbach

 
 
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Projekt

Hermetisch dicht

Dicke Wände und Decken aus Barytbeton zur Strahlenabschirmung

In der Altstadt von Horb am Neckar wird seit Herbst 2011 das Hospital zum Heiligen Geist modernisiert, umgebaut und um einen modernen 3-stöckigen Anbau erweitert. Dort wird im Erdgeschoss ein Linearbeschleuniger untergebracht, der bis zu 1,65 m dicke, hermetisch dichte Wände und Decken erfordert, damit keine Röntgenstrahlen nach außen dringen. Die zu betonieren war keine alltägliche Aufgabe. Auch die beengte Hanglage des Anbaus zwischen Bestandsbau und Stadtmauern sowie der Materialtransport durch steile Gassen erfordern vom Baugeschäft Dieterle GmbH & Co. KG aus Schramberg eine Meisterleistung.

Was ist Barytbeton?
Unter Barytbeton – so das Zement- Merkblatt Betontechnik B 10 1.2002, herausgegeben vom Bundesverband
der Deutschen Zementindustrie e.V. – versteht man einen aus Zement und dem natürlichen Schwerzuschlag Baryt – auch Schwerspat genannt – hergestellten Schwerbeton mit einer Rohdichte von 4.000 bis 4.300 kg/m³. Dieser auch als Abschirmbeton bezeichnete Schwerbeton wird bei Röntgenanlagen und als Strahlenschutz in Medizin und Forschung verwendet. Je dicker und vor allem spezifisch dichter ein Beton, desto größer ist die Schutzwirkung gegen radioaktive Strahlung. Für einen optimalen Strahlenschutz wird dieser
Beton meist mit großer Wanddicke als Massenbeton eingebaut.

Wände und Decken abschnittsweise aus Normal- und Barytbeton.
Der Raum für den Linearbeschleuniger hat je zwei Außen- und Innenwände. Sie sind 3,79 m hoch und je nach Strahlenbelastung 1,50 m bis 1,65 m dick. Die der stärksten Strahlenbelastung
ausgesetzten Wandabschnitte waren in Barytbeton auszuführen, die anderen in C25/30-Beton. Zuerst wurde
die Innenschalung für die vier Wände gestellt, dann die Armierung und die Abstellung zwischen den Betoniertakten angebracht. Anschließend wurde taktweise die Außenschalung gestellt. Betoniert wurden die Abschnitte aus Normalbeton in 2 Takten und die aus Barytbeton in 4 Takten. Für den recht zähen Barytbeton wurde eine Betonierpumpe benutzt. Die Ankerstäbe wurden in die Wände einbetoniert und die verbleibenden Vertiefungen an den Ankerstellen verputzt, damit die Wände hermetisch dicht sind. Die Innenschalung wurde 5 Tage nach dem Betonieren entfernt, die Außenschalung blieb stehen, wurde aufgestockt und als Randabschalung für die zu betonierende Decke über dem Röntgenraum verwendet. Die Decke wurde abschnittsweise in Normalbeton mit einer Stärke von 1,55 m und in Barytbeton mit 1,90 m Stärke ausgeführt.
Als Deckenunterschalung kam – wie auch bei den anderen Decken – die MevaFlex-Schalung zum Einsatz. Hier
ruht die Schalhaut auf H20-Trägern, die von Stützen getragen werden. Um die hohen Lasten der dicken Spezialdecke abzutragen, wurden ME 350-Stützen im Abstand von 45 cm gestellt, der Jochträgerabstand betrug
100 cm.

Wandschalung Mammut 350 und Stützbock STB 450 im Großeinsatz.
Für alle Wände, für die Fundamente und die Decke über dem Röntgenraum kam die stärkste Wandschalung aus dem Hause MEVA zum Einsatz: die Mammut 350. Mit ihrer hohen Frischbetondruckaufnahme von
100 kN/m² ist sie für hohe und dicke Wände ideal und sie erlaubt ein beliebig schnelles Betonieren bis 4 m Höhe, was auch hier den Baufortschritt beschleunigte. Die 3,30 m hohen Wände wurden mit 3,50 hohen Elementen geschalt. Wo wegen der Hanglage die Wände im EG bis zu 5 m hoch auszuführen waren, wurden die Elemente einfach
auf die nötige Höhe aufgestockt. Für einhäuptige Schalung kam der 4,50 m hohe Stützbock STB 450 zum Einsatz. Mit seiner geringen Bautiefe von nur 2,45 m konnte er bei den beengten Platzverhältnissen problemlos gestellt werden.


StarTec für Kopfbalken und Unterfangung.
Der Anbau grenzt direkt an den Altbau, das unterste Geschoss liegt im Erdreich, die beiden oberen Geschosse
des Alt- und Anbaus werden miteinander verbunden. Zur Sicherung des Altbaus wurden vor dem Ausheben
der Baugrube Bohrwandpfähle eingebracht nd ein 30 m langer, 70 cm breiter Betonkopfbalken betoniert.
Verwendet wurde die Wandschalung StarTec. Sie kam auch beim Schalen der Unterfangung für das Transformatorenhaus an der Stadtmauer zum Einsatz.

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